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Donnerstag, 13. Dezember 2018

Mein Leben in der Horizontalen.

Auf Instagram berichte ich schon einige Zeit über meine neue Erkrankung, nun möchte ich auch auf dem Blog erzählen, was geschehen ist. Wer nicht gerne über anderer Leute Krankheiten lesen will, klickt jetzt einfach weg. Ich lese auch nicht alles bei anderen. 

Aber nun von Anfang an und in aller Kürze. Wenn was zu kurz ist, fragt nach. 

Im Sommer war die Haut am Po plötzlich so empfindlich, dass ich mir super Luxus 5 lagig extrem teures Toilettenpapier holte und es damit besser war. Ich entferne damit immer den Schleim, der aus dem stillgelegten Teil des Darmes kommt. 

Anfang Herbst hatte ich plötzlich so ein Fremdkörpergefühl im Enddarm, d.h. wenn ich aufstand, hatte ich das Gefühl, es flutscht etwas raus und beim Hinsetzen wieder rein - in der Größe von einer kleinen Kaffeebohne. Das tat nicht weh, war nur komisch.

Am 12.11. hatte ich plötzlich Schmerzen beim Sitzen, wie eine Rasierklinge zwischen den Beinen,  die Woche über ging ich aber noch in‘s Kino, zum Geburtstag, Einkaufen. Donnerstagabend war dann aber alles vorbei. Wir wollten über‘s Wochenende wegfahren, aber das fiel aus und am Sonntag war ich dann schon im Krankenhaus.

Nach mehreren Untersuchungen und einer Woche warten auf den Neurologen stand dann die Diagnose fest – Pudendusneuralgie, d.h. der Pudendusnerv hat sich entzündet oder wurde er wurde zu stark gereizt (Fahrradfahren) oder hat sich eingeklemmt. Die Schmerzen sind extrem, sie verlaufen vom After über den Damm bis zu den Schamlippen, bei Männern bis zu den Hoden. 

Ich empfinde den Schmerz wie einen Klumpen mit Rasierklinge, der sich anatomisch an meinen Körper anpasst und immer von unten nach oben drückt. Dazu kommen noch Schmerzblitze, vergleichbar wie beim Zahnarzt, der kurz den Nerv trifft, nur viel stärker und ein reißender Schmerz, der die Haut reißt oder das Gewebe.

Zum Glück habe ich noch einen Gehstock von der Krankenkasse, ansonsten könnte ich mich gar nicht fortbewegen, es ist wirklich schwer, zu laufen. Tagsüber und natürlich auch Nachts kann ich nur flach liegen, nicht halb sitzend, nein, nur flach. Umdrehen ist auch nicht einfach drin, sondern das ist ein anstrengender und meist schmerzhafter Akt, also muss ich mir schon überlegen, ob sich ein Umdrehen / Liegen auf der Seite lohnt.

Nachts schwitze ich so stark durch die Medikamente, dass nicht nur das Schlafshirt nass ist, sondern auch die Bettwäsche. Ich steh deshalb auch meistens dreimal auf, was auch nicht einfach ist und geh duschen, was mir schmerztechnisch ganz gut tut. Für meinen Mann bedeutet das viel Arbeit, jeden Tag meine Bettdecke neu beziehen und dann gleich zu waschen. 

Bücher lesen kann ich momentan nicht, durch die starken Medikamente kann ich mich schlecht konzentrieren. Ich höre viel Musik, schlafe natürlich auch viel, surfe mit dem Tablet im Internet, aber leider schaffe ich es nicht, Kommentare zu schreiben, durch die Liegeposition. 

Meine Welt besteht momentan aus schwindliger Wolkenmasse um mich herum und einer leicht verschobenen Welt, die ich mit Gehstock irgendwie meistern muss. Morgen habe ich Termin bei einem Neurologen und dann warte ich auf die Genehmigung zur Reha in einer auf Nervenerkrankungen spezialisierten Klinik. 



Autofahren ist leider ein absolutes Muss und ich habe von einer Freundin so ein riesiges Matrazenkissen (mit Memoryeffekt) bekommen, auf dem ich es einigermaßen aushalte. Das schlimmste ist dann das Aussteigen - wie Omi, 93, mit Krückstock.

Ich wünsch euch was!
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