Donnerstag, 14. Januar 2016

[Blogparade] Wie viel Privates verträgt ein Blog?

Momentan macht eine interessante Blogparade die Runde. Worum es geht, habt ihr ja schon im Titel gelesen - Wie viel Privates verträgt ein Blog? Entdeckt habe die Blogparade auf dem Blog von Unruhestand, aber initiiert hat das ganze Maria von Das Unruhewerk. Das schöne ist, jeder kann noch bis zum 31.01.2016 mitmachen und bei Maria seine Blog-ULR verlinken. Als ich dann den Beitrag von Sabine auf Bling Bling over 50 gesehen (und natürlich gelesen) habe, fiel mir wieder ein, dass ich ja auch gerne mitmachen und euch meine Ansichten zum Thema schreiben möchte.

Als erstes finde ich, kann man diese Frage gar nicht pauschal beantworten. Für mich ist es auch entscheidend, worüber der Blogger oder die Bloggerin schreibt. Ich kenne einen Blog, der vergleicht Handy-Verträge und postet auch immer die neuesten und besten Tarife, da ist es mir persönlich egal, was der Blogger sonst so macht. Da ist es mir sogar egal, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Geht es aber um Kosmetik oder Mode, fühle ich mich eher wie eine Freundin, die den Blog liest und sich im übertriebenen Sinne regelmäßig mit ihrer Freundin trifft zum Austausch über die neueste Schminke oder wie die neue Hose von H&M aussieht. Da möchte ich gerne auch ein paar Details aus dem Leben der Bloggerin wissen. Nicht ausführlich, aber eben ein bisschen. In welcher Stadt wohnt sie, hat sie einen Partner, wie lebt sie? Für viele mag es unwichtig erscheinen, aber ich bin da ehrlich, ich möchte es gerne wissen und Blogs, wo nur Modebilder gezeigt werden oder nur über die Kosmetik geschrieben wird, lese ich nicht so leidenschaftlich gerne wie eben andere, wo auch einfach nur so Sätze "zwischen den Zeilen sozusagen" fallen, dass man sich so für das Kino geschminkt und angezogen hat.

Dann gibt es noch solche Blogposts, die von einigen als sehr privat angesehen werden und von anderen vielleicht nicht so. Das ist ja auch immer das persönliche Empfinden von jedem. Ich schrieb z.B. schon über meine persönlichen Erfahrungen über Mobbing. Da das Thema an sich leider immer wieder aktuell ist, wollte ich gerne darüber schreiben und schildern, wie es mir ergangen ist. Das war aber bisher auch das einzige wirklich sehr private Erlebnis, was ich euch Lesern erzählt habe. 

Es gibt auch Blogs, wo nur über Privates geschrieben wird, über Gedanken, Gefühle und das Leben an sich. Also man kann beim besten Willen die Frage, wie viel Privates ein Blog verträgt, nicht beantworten. Und jeder Leser möchte auch etwas anderes lesen, die einen interessiert wirklich nur die Farbnummer vom Nagellack und der andere möchte wissen, zu welchem Anlass man den Nagellack getragen hat. 

Die Blogparade beinhaltet auch noch ein paar konkrete Fragen,
die ich natürlich auch beantworten möchte.

  • Wie haltet ihr es mit der persönlichen Offenheit in eurem Blog?
Die Frage habe ich ja, hoffentlich ausreichend, oben schon beantwortet. Grundsätzlich kann ich sagen, ich schreibe und zeige so viel Privates, ohne dass man mir irgendwann mal einen Strick draus drehen könnte.

  • Rechnet ihr?
Nein, aber auch ohne zu rechnen, hält sich sehr Privates in Grenzen.

  • Lasst ihr euch von Emotionen leiten?
Ja, klar, ohne Emotionen schreibe ich gar keine Blogposts, auch keine über Kosmetik oder Kleidung.

  • Oder müsst ihr gar nicht mehr drüber nachdenken, habt schon ein so gutes Gefühl dafür, was geht, was ihr wollt, womit ihr euch (noch) wohlfühlt?
Ja, genau, ich denke, eine natürliche Grenze ist vorhanden, aber die ist es auch, wenn ich mit meinem Nachbarn oder einem Verkäufer rede, da erzähle ich natürlich nicht das, was ich Freunden oder meinen Eltern erzähle.
  • Gab es Situationen, in denen ihr persönliche Dinge gepostet habt, die euch unerwartet Bauchschmerzen gemacht haben? Oder die dumme Situationen und/oder Reaktionen hervorriefen? Welche Konsequenzen  in punkto persönlicher Offenheit habt ihr daraus gezogen?
Nein, bisher wurden private Themen immer sachlich diskutiert und ich bereue nichts. (Wie das klingt. Haha.) Und ich würde auch immer wieder über private Dinge erzählen, wenn ich denke, die Leser könnte das interessieren, weil vielleicht jemand etwas ähnliches erlebt hat.

  • Wünscht ihr euch, mutiger/offener im Netz zu sein, traut euch aber (noch) nicht?
Nein. 
  • Habt ihr eure Sichtbarkeits-Strategien jemals bewusst geändert, von „Da halt ich mich mal lieber bedeckt“ zu „mehr Offenheit“ – oder umgekehrt?
Nein.
  • Oder haltet ihr solche Strategien ganz grundsätzlich für völligen Blödsinn? Wenn ja: warum?
Strategien für einen Hobby-Blog halte ich für nicht gut. Da geht der Flow flöten, hihi. Bloggerinnen, die mit ihrem Blog Geld verdienen, mögen das anders sehen.

  • Und noch mal zum Rechnen: Gibt es so etwas wie ein Idealbild eurer Präsentation im Netz? Wie viel Offenheit enthält das? Und wie erreicht ihr dieses Idealbild?
Idealbild? Oh Gott, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Natürlich möchte ich als nett und sympathisch rüber kommen, aber ich schreibe so, wie ich bin und verstelle mich jetzt nicht.

  • Gibt es unter euch Blogger, die über diese Frage noch nie nachgedacht haben – und ich mach hier ganz unnötig die Pferde scheu?
Ja, genau. :-))

  • Oder habt ihr euer Blogthema von Anfang an schon bewusst so gewählt, dass ihr euch solche Fragen erst gar nicht stellen müsst? Wenn ja: Wie geht es euch damit? Fehlt euch da manchmal die „persönliche Note“?
Nein, zuerst was das Blogthema da und ich habe von Anfang an so viel privates gezeigt und geschrieben, wie ich es für mich persönlich am besten fand, aber ohne besonders darüber nachzudenken. 

  • Wenn ihr andere Blogs anseht: Mögt und folgt ihr eher denen mit „persönlicher Note“ – oder lieber jenen, die (so weit das geht…) „neutral“ daher kommen?
Dann eher doch denen mit persönlicher Note. Aber ich habe mal einen Blogbeitrag auf einem Blog gelesen, da ging es sozusagen, um es nett auszudrücken, um Bettgeschichten. Also ich hab den Beitrag zwar gelesen, aber er war nun auch nicht so toll zu lesen, dass ich den Blog nicht weiter verfolgt habe und jetzt nicht mal mehr weiß, wie er heißt.

  • Wie viel Sichtbarkeit im Netz verträgt das berufliche, private und persönliche Selbst-Bild? Wie wägt ihr ab? Was zeigt ihr, wie viel von euch? Und was – warum? – nicht?
Mein Mann z.B. möchte nicht unbedingt, dass Bilder von ihm veröffentlicht werden. Das finde ich völlig ok. Es gibt zwar 2-3 Bilder von ihm hier auf dem Blog, aber das habe ich natürlich mit ihm abgesprochen. Auch wenn (m)ein Arbeitgeber meinen Blog kennen würde, glaube ich nicht, dass ihn dieser stören oder er ihn anstößig finden würde. 

Auch diese Blogparade ist schon teilweise persönlich, das merke ich grade beim Lesen. Ganz wichtig noch: Namen von Personen aus meinem Leben würde ich nie nennen, dass habe ich bisher auch nie gemacht, dass wäre mir dann zu privat. 

Das war das passendste Schlusswort, was ich finden konnte. :-))

Wie viel privates erzählt ihr auf eurem Blog oder wollt ihr sowas gar nicht lesen?

Kommentare:

  1. Ich finde, gerade in der Beauty/Fashion Blogger Welt muss etwas mehr Privates gezeigt werden. Wie du schon sagst, es ist wie eine "Freundin". Ich versuche, aber auch nicht all zu viel Preis zu geben.
    Mich persönlich nervt es, dass ein Impressum Pflicht ist- somit ist jeder in der Lage meinen Wohnort raus zubekommen und ich als Blogger bin somit viel offener für Verletzungen oder Missbrauch.

    Liebe Grüße, Marie <3

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  2. Ich gestehe, ich bin eine Leserin, die ebenso gerne ein bissl was über das Leben der Schreiber kennt. Je nachdem welche Motivation ich für einen Blog habe, fokussiere ich meinen Bedarf an Privatem vom Schreiber. Wie du oben schon genannt hast, schaue ich mir zwar Modeblogs/Reviewblogs gerne mal an. Wenn ich aber gar nichts von der Person weiß, dann habe ich persönlich auch Probleme mit der Glaubwürdigkeit gerade bei Reviews von kosmetischen Produkten, oder aber auch von Technik :-)

    Ansonsten habe ich persönlich wahrscheinlich eine andere Schmerzgrenze mit Privatem, da wir ja ständig Kundschaft da haben, die nackig vor uns posiert und mit der man eben auch viele private Dinge während eines Shootings austauscht weil so auch eine sehr angenehme und vertraute Atmosphäre für Kundinnen entsteht. Dadurch gibt es sowieso sher viel Wissen um uns überall, da wir mit Kunden von überall arbeiten udn auch Noah sehr oft mit anwesend ist (und sein will - immer im Stylingbereich). Was ich aber nie publizieren würde sind private Themen, die unter Kleidung gehen, Namen meiner anderen Familienmitgliedern, ebenso wenig Daten von meinem Mann oder anderen Verwandten. Ebenso wird es von Noah nie nackige Bilder geben und auch nur nach Absprache mit meinem Mann - wenn es um seine Musik geht :-)

    glG

    ela

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  3. Hallo meine Liebe, ein sehr schöner Post von Dir, war toll ihn zu lesen. Ich persönlich versuche nur ein klein wenig privates mit einzubringen. Denn wie schon in einem anderen Kommentar gesagt wurde, ist das Impressum schon privat und offen genug. Auf der anderen Seite aber, mit meinen Posts will ich ja auch etwas aussagen und transportieren. Für mich kommt es immer auf den einzelnen Post drauf an, mal ist er persönlicher/privater, ein anderes Mal etwas "geschäftlicher", je nach Thema - und ich denke, dass Angaben zu meinem Freund und meinen Freunden auf meinem Fashionblog auch "nichts zu suchen haben", es ist meine Webseite und da geht es nur um das Thema und um mich. Privatsphäre sollte zumindest für Nichtbeteiligte gelten, wenn der Blogger mehr von sich selbst preisgeben möchte sollte er das tun. Wie gesagt, ich versuche mir soviel Privates zu erlauben wie es möglich ist und so empfinde ich es auch beim Lesen anderer Blogger und möchte nicht peinlich berührt sein. LG Mo von Fashion Blog: just-take-a-look Fashion in Berlin
    www.just-take-a-look.berlin

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  4. Du hast es sehr gut formuliert. Es muss wirklich jeder mit sich selbst ausmachen, wie viel Privates er veröffentlicht. Ich mag aber auch keine "sterilen" Blogs. Die Persönlichkeit muss schon rüberkommen. Tenzenziell glaube ich, das wir "älteren Blogger" schon sehr viel Feingefühl dafür besitzen. Habe heute gerade wieder einen Bericht über Cyber-Mobbing gesehen, von dem hauptsächlich Schüler betroffen sind.

    LG Sabine

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  5. Sehe ich genauso wie du, bei einem Blog über Telefontarife darf es rein sachlich zugehen, bei einem über Klamotten und Schminke, aber natürlich auch über Familie, Lifestyle oder Travel habe ich doch gerne eine Prise Privates mit dabei. Dann kann ich selbst auch besser einschätzen, wie ich das Geschriebene für mich einsortieren kann.
    Außerdem machen so ein paar Anektdötchen den Blog einfach lebendiger, finde ich.
    Wobei, wenn es zu privat wird, und jemand sich nur noch über Beziehungs- und Bettgeschichten, Lebenskrisen und ähnliches auslässt, dann lese ich nicht mehr mit. Für mich dient das Lesen der Information und Entspannung, weniger dazu, mich mit anderer Leute Problemen auseinander zu setzen. Da würde ich dann sogenannte Selbsthilfe-Foren bevorzugen...
    LG
    SvL

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  6. Ich hatte das Thema schon bei Sabine gern gelesen und so nun auch bei dir. Aber vieles, was wir erzählen ist ja nicht anders als im Job oder im Bekanntenkreis. Nur die Sache mit den Fotos ist natürlich eine andere. Aber wer Professionell bloggt, muss sich auch nicht nackisch machen, es sei denn sie neigt dazu ;-) Liebe Grüße Sabina

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  7. Tolle Aussagen. Meine gibts am Sonntag zu lesen. LG Sunny

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  8. Ich muss sagen, dass ich Privates auf einem Blog auf Dauer sehr wichtig finde - bzw. dann auch gerne auf Instagram. Aber irgendwie muss das für mich zu einem runden Auftritt dazu gehören.
    Es ist eben der Punkt - ich will mich mit einer Freundin unterhalten, über sie lesen und mich mit einem Menschen identifizieren und nicht mit einer leeren Illusion ohne Gefühle oder Erlebnissen aus dem Alltag.

    ich selbst halte das genau so, daher darf man auf meinem Blog manchmal sogar sehr private Gedanken lesen. :)

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  9. Ach, wie schön - noch ein fein durchdachter Beitrag zu meiner Blogparade, herzlichen Dank dafür! Ich bin ja - neben der Qualität aller Beitraäge - ja auch ganz begeistert davon, wieviele tolle Blogs ich im Verlauf dieser kleinen Aktion kennen lernen darf, zum Beispiel eben deinen. Danke, danke, danke!
    Herzlichen Gruß
    Maria

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  10. erstmal - deine antworten sind mir sehr sympathisch!!!
    ich glaub auf meinem blog sieht man viel vom persönlichen: meinen lebenstil, meine essgewohnheiten, meine unaufgeräumte küche.... und auch mein mann ist nicht kamerascheu. wenn freunde erkennbar und benamst sind habe ich vorher gefragt. aber bis jetzt fand es auch noch niemand blöd in einem blog für eine bessere welt aufzutauchen :-)
    xxx

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  11. Deine Mischung aus Privat und Sachinhalt finde ich sehr passend. Gerade Deine sehr persönlichen Artikel lese ich sehr gerne, weil ich sie als sehr reflektiert wahr nehme.

    Ich werde an der Blogparade nicht teilnehmen, weil ich denke, dass meine Leser meine Antworten eh kennen und die anderen brauche ich sie nicht zu schreiben.

    Freue mich weiter auf Deine persönlichen Themen, wobei ich natürlich wünsche, dass es für Dich gut Inhalte sind.

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